EVANGELISCHE STIFTUNG - PFLEGE SCHÖNAU
 

NACHHALTIGKEIT. VIELE REDEN DARÜBER. WIR HANDELN. SEIT 1560.

Neuigkeiten

21.09.2010 So außergewöhnlich wie die Geschichte der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau, so besonders war auch der Festakt

Oder: Die ESPS ist immer für eine Überraschung gut….
 

 "…Ich möchte mich sehr herzlich für die Einladung und für das schöne Fest bedanken. Es war wirklich ein großes "event"…"!

"Ein interessantes, kurzweiliges Programm, das die Arbeit und die Erfolge der ESPS zeigte, kurze Ansprachen, schöne Musik, eine großzügige Bewirtung, - ja, man konnte sogar noch tanzen!..."

"…Wir fanden Abend spritzig, witzig, anregend, mit Stil und Niveau. Es ist schön, wenn auf diese Weise einmal gezeigt wird, dass evangelische Kirche auch zu feiern versteht…"


Dies sind einige Statements von Gästen des offiziellen Festakts anlässlich des 450jährigen Jubiläums, das die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) am 17. September mit ca. 750 Gästen in der Stadthalle feierte.

 

 

So einzigartig die ESPS selbst als Institution ist, so außergewöhnlich war auch der Festabend. Kein "normales" Programm mit zahllosen Grußwörtern erwartete die Gäste, sondern ein zweistündiger, sehr kurzweiliger und interessanter Streifzug durch die 450jährige Geschichte der ESPS. Gespickt mit zeitgenössischer Musik und insgesamt 5 kurzen Grußwörtern.
Anhand von 3 gespielten Theaterszenen unter Leitung von Roland Müller wurde den Gästen anschaulich und verständlich die teils wechselvolle Geschichte der ESPS erzählt. Datiert waren die je 10minütigen Szenen auf ereignisreiche Daten und Zeiten.
Aufgelockert wurden die spielerischen Szenen von zeitgenössischer Musik und kurzen Grußwörtern. Staatsminister Rau als Vertreter der Landesregierung zeigte sich beeindruckt von der Geschichte und dem Wirken der Stiftung. "Vorbildlich" lobte auch OB Dr. Würzner das Wirken der ESPS und wünschte sich mehr solcher Unternehmen, die sich auch ihrer ethischen Verpflichtung bewusst sind.
Landesbischof Dr. Ulrich Fischer erzählte augenzwinkernd, dass er die "Pflege Schönau" in der Zeit, die er in Heidelberg verbracht hatte, anfangs für eine Pflegeversicherung gehalten hatte. Diese Wahrnehmung hat sich über die Jahre grundlegend geändert, ist die Landeskirche bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen doch dringend auf das Geld der ESPS angewiesen.

 

Auch die Prinzen Bernhard von Baden mit seiner Frau Stephanie und Wolfgang von Bayern waren nach Heidelberg gekommen. Sie sind die Nachfahren der Begründer, bzw. der Mentoren der Stiftung, die dafür gesorgt haben, dass das Vermögen über die Jahrhunderte unangetastet blieb.

 

Nach den Spielszenen präsentierte sich die Stiftung mit einem Imagefilm in ihrer heutigen, modernen, gar nicht "verstaubten" Form. Betrieb die Stiftung noch bis vor wenigen Jahren nur wenig Öffentlichkeitsarbeit, bzw. hielt sich zum Teil sogar bewusst "bedeckt", so hat sich diese Einstellung nun grundlegend geändert und die ESPS schaffte den Imagewechsel von einer bürokratischen Institution zu einem zwar kirchennahen, aber modernen, flexiblen und selbstbewussten Unternehmen.

 

Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand der ESPS, fasste die letzten Jahre der Stiftung aus seiner Sicht zusammen. "Manchmal war es zum Haare raufen. Wir sind zwar einige Male hart am Wind gesegelt, aber nie gekentert." So beschrieb er die grundlegende Umstrukturierung, die die Stiftung in den letzten Jahren durchlaufen hat.

 

Nachfolgend einige Impressionen des Festabends:

 

                                                           

06.09.2010 450 Jahre Evangelische Stiftung Pflege Schönau - Großer Festgottesdienst mit Prälat Prof. Dr. Traugott Schächtele

Der große Festgottesdienst am 5. September um 10.30 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Schönau war einer der Höhepunkte des Jubiläumsprogramms zum 450-jährigen Bestehen der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS). Der neue Prälat der badischen Landeskirche für Nordbaden, Prof. Dr. Traugott Schächtele, hielt in der „Geburtsstätte“ der ESPS die Festpredigt.

Die liturgische Leitung des Gottesdienstes oblag dem Schönauer Stadtpfarrer Werner Weiland, die musikalische Gestaltung dem evangelischen Kirchenchor Schönau unter der Leitung von Karl Schmelzle. Gerald Drebes, Orgel, wurde begleitet von Friedhelm Bießecker, dem 1. Trompeter der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz an der Trompete. Ebenso sang eine Auswahl des Chores der Heidelberger evangelischen Studierenden-Gemeinde (ESG-Chor) unter der Leitung von Xaver Detzel .

„Wir freuen uns sehr, dass Herr Prälat Schächtele die Predigt bei unserem Festgottesdienst hielt“, sagte Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand der ESPS und lud herzlich zum Festakt und anschließendem Umtrunk und Gedankenaustausch mit und in der Kirchengemeinde Schönau ein.

 


Historischer Ort: Das Kloster Schönau


Die evangelische Stadtkirche in Schönau ist das ehemalige Herrenrefektorium (Speisesaal) des Klosters Schönau, eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude dieses Komplexes. Nach Einführung der Reformation in der Kurpfalz durch Kurfürst Ottheinrich (1556–1559) wurden unter  seinem Nachfolger Friedrich III. (1559–1576) alle Klöster und Stifte 1560 endgültig aufgehoben. Das Zisterzienserkloster in Schönau, Hauskloster der Heidelberger Wittelsbacher, hatte sich seit seiner Gründung 1142 zu einem mächtigen Großgrundbesitzer und Finanzinstitut in der Kurpfalz aufgeschwungen. Um die Bauunterhaltung an vielen Kirchen und Pfarrhäusern in der Region, die bislang vom Kloster finanziert wurde,  weiterhin zu sichern, setzte  Friedrich III. 1560 einen  „Pfleger“ (= Verwalter) für das Klostervermögen ein. Die von ihm geleitete Verwaltungsstelle im Heidelberger Klosterhof  (heutiges Altstadt-Gemeindehaus Schmitthennerhaus) bekam den Namen „Pflege Schönau“.
Ab 1562 siedelten sich französischsprachige, wallonische Glaubensflüchtlinge im Bereich des Klosters an und nutzten die Steine des Klosters für den Bau ihrer eigenen Häuser.

 

Vielfältig: Das Jubiläumsprogramm


„Nachhaltigkeit. Viele reden darüber. Wir handeln. Seit 450 Jahren.“ Das Jubiläumsmotto ist Programm – nicht nur in diesem Jahr.


Am 10. September steht die Karlsruher Gospelkirchennacht im Rahmen des 5. Internationalen Gospelkirchentages unter der Flagge der ESPS. Daran schließt sich Mitte September ein Festakt für geladene Gäste in der Heidelberger Stadthalle an. Am 4. Oktober präsentiert die ESPS dann im Rahmen des Festivals enjoy jazz das Konzert eines der bedeutendsten zeitgenössischen Jazzmusikers, des norwegischen Jazz-Saxophonisten Jan Gabarek und The Hilliard Ensemble. Das Konzert in der Heiliggeistkirche in Heidelberg zählt zu den wenigen Deutschland-Terminen der „World Premiere Concert Tour“, die im Herbst 2010 „Officium Novum“ präsentieren wird und einen weiteren Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet. Ebenfalls im Oktober verantwortet die ESPS die Peterskirchen-Dialoge. Die Reihe „Peterskirchen-Dialoge“ thematisiert den Protestantismus als geschichtliche und gesellschaftliche Gestaltungskraft und steckt Positionen protestantischer Verantwortung im Dialog mit den Wissenschaften und der gesellschaftlichen Praxis ab.
 

23.06.2010 Ein Jahr Hochseilgarten in Amman mit Unterstützung der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau

„Was hat den die Evangelische Stiftung Pflege Schönau hier in Jordanien mit der Theodor Schneller Schule zu tun“, war die erstaunte Nachfrage einer Person in einer Reisegruppe von Studiosus, die die Theodor Schneller Schule in Jordanien besucht hat. Grund für die Nachfrage, war das auffällige Banner der ESPS am Seilgarten der Schule.


Es war nicht die erste Nachfrage dieser Art, denn es kommen rund 80 deutsche Reisegruppen im Jahr an die Theodor Schneller Schule, um die Einrichtung kennen zu lernen. In ihrem zweistündigen Programm an der Schule ist eine Station am Seilgarten. Dort bekommen sie die Entstehungsgeschichte und das pädagogische Prinzip des Seilgartens erklärt. Oft würden die Reisenden dann auch gerne Übungen machen. Wenn die Zeit dies zulässt, dürfen sie zumindest mal etwas im niederen Bereich des Seilgartens ausprobieren.
 

Seit der Eröffnung des Seilgartens vor einem Jahr, haben schon viele Trainings stattgefunden. Unter anderem hat der deutsche Botschafter in Jordanien, das erste Training gleich am Tag nach der Eröffnung absolviert. Die deutsche Gemeinde in Amman hat sich schon in die luftigen Höhen gewagt und die Abteilung der Königin war ebenfalls schon zu einem Teamtraining im Seilgarten.
Aber das wichtigste ist, dass die Kinder und Jugendlichen der Theodor Schneller Schule schon alle ein Training im laufe des letzten Jahres gemacht haben und das nächste steht gleich für den Beginn des neuen Schuljahres an. Über die ersten pädagogischen Auswirkungen können die Erzieher der Kinder auch schon berichten.
Gleichzeitig ist der Bedarf an Trainer gewachsen und die Schule hat schon in eigener Verantwortung die ersten Trainer ausgebildet.  Sicherlich gibt es noch einiges zu verbessern und den Seilgarten auch noch besser zu nutzen. Aber für den ersten pädagogischen Seilgarten in der arabischen Welt, lässt sich nach einem Jahr ein sehr positives Resumé ziehen.
 

Kerstin Sommer

Amt für Evang. Kinder- und Jugendarbeit Baden, Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit

12.06.2010 Führung durch den ESPS-Wald mit Mitgliedern der Landessynode

Zu einer besonderen Informationsveranstaltung hatte die Evangelische Stiftung Pflege Schönau die Mitglieder der Landessynode in den Wald bei Schönau eingeladen.

 

Trotz schlechter Witterung lief das waldpädagogische Team der Forstabteilung wieder zur Hochform auf. Frank Philipp, Steffen Ellwanger, Hans-Peter Nelius und Andreas Ebert gaben während der Wanderung durch den 860 Jahre alten Kirchenwald in Michelbuch interessante Einblicke zum Thema  "Vom Baumsamen zum Balken oder die forstliche Holzproduktion im Wald der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau."

 

Und selbst ungemütliche Regenschauer konnten die interessierten Besucher nicht davon abhalten, den Ausführungen pro und contra Naturverjüngung und Pflanzung zu lauschen, sich die Auswahlkriterien für einen Z-Baum erklären zu lassen oder der Vorführung einer Wertästung in 10 Metern Höhe zu zuschauen.

Highlight der Vorführung waren die motormanuelle Holzernte, bei der Fälltechniken theoretisch und praktisch gezeigt wurden und besonders der maschinelle Holzeinschlag, bei dem ein allein durch Größe und Erscheinen sehr beeindruckender Holz-Vollernter (ein sog. Harvester) zum Einsatz kommt.

 

Ein besonderes „Bonbon“ war dann die Möglichkeit für alle Interessierten, während der Holzerntearbeiten im Harvester mitzufahren, was normalerweise nicht möglich ist.
Nach dreieinhalb informativen Stunden war der offizielle Teil beendet und bei einem gemütlichen Imbiss vor der Michelbucher Hütte gab es noch jede Menge interessante Gespräche.

 

02.06.2010 Bericht über CO2-Bilanz der ESPS / Kooperation mit ifeu

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau ist mit ihrem Umweltmanagementsystem an den Verwaltungsstandorten Heidelberg, Freiburg und Mosbach seit dem Jahr 2008 nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme, www.emas.de) zertifiziert und befindet sich auf dem Weg zur Revalidierung in 2011 – ein Anlass auch die unterschiedlichen Vermögensbestandteile der Stiftung in Bezug auf CO2-Emissionen zu überprüfen.

Die ESPS strebt damit die Schärfung ihres Profils im Hinblick auf nachhaltiges Handeln an. Als wichtigen Schritt sieht sie dabei die Ermittlung ihres CO2-Fußabdrucks sowie konkreter Schritte zur Vermeidung und zur Senkung der Emissionen.

Um dabei zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, hat sich die ESPS der wissenschaftlichen Unterstützung des IFEU-Instituts Heidelberg (ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, www.ifeu.de) versichert. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Institut sollen auf wissenschaftlich fundierter Basis die Vermögensbestandteile der ESPS analysiert und Möglichkeiten und konkrete Vorschläge zur Verringerung oder Kompensation von CO2-Emissionen eruiert werden.
 

Die Untersuchung soll sich nicht allein auf CO2-Emissionen beschränken, die mit der Beheizung der Gebäude oder deren Stromverbrauch verursacht werden. Vielmehr sollen alle Bereiche auf den Prüfstand gestellt werden, also auch die Bewirtschaftung von landwirtschaftlich genutzten Flächen und der stiftungseigenen Wälder. Besonders in den letztgenannten Bereichen besteht hoher Forschungsbedarf, so dass das Projekt auch für das IFEU-Institut von großem Interesse ist. Die Bereiche Mobilität, Abfall, Beschaffung und Durchführung von Veranstaltungen werden ebenfalls Berücksichtigung finden, so dass auf Basis dieser Daten der CO2-Fußabdruck der ESPS ermittelt werden kann.

 

Die ESPS beginnt damit, ein weiteres Kapitel ihres Umweltengagements zu schreiben.

30.03.2010 "Wir nehmen nur so viel raus wie auch nachwächst"

Achtklässler des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums Mosbach machen sich bei Waldführung über die nachhaltige Forstwirtschaft der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau schlau

 

"Jetzt zählt bitte mal, wie viele Pflanzen der Baumarten auf diesen vier Quadratmetern wachsen", forderte Steffen Ellwanger auf. Der stellvertretende Abteilungsleiter Forst der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS) in Mosbach verfolgte mit der Aufgabe das Ziel, ein Verständnis für die Naturverjüngung innerhalb der nachhaltigen Forstwirtschaft zu entwickeln. Seine Zuhörer, 20 Achtklässler des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums Mosbach, griffen bei der Waldführung nahe des Roberner Sees nicht nur an dieser Station aktiv ein.  

Auf dem lichten Waldboden streckte sich einiges Richtung Sonne. 58 Fichten, zwölf Douglasien, sieben Tannen und zwei Lärchen zählte eine der Schülergruppen auf dem 2-mal-2 Meter großen Quadrat. Die Natur hatte an dieser Stelle kräftig für Baumnachwuchs gesorgt. Hochgerechnet auf einen Hektar, "mit dem der Förster lieber rechnet", wie Ellwanger erklärte, ermittelten die Gymnasiasten mehr als 200.000 ganz junge Bäume, die sich hier aus den Samen der umstehenden Bäume entwickelten. 

Die Naturverjüngung stehe im Gegensatz zur Pflanzung durch den Menschen, erklärte Förster Rainer Dorn. Das spare Geld und sorge für einen Baumbestand, der dem Standort vermeintlich optimal angepasst sei, da bereits „die Mutter“ erfolgreich wuchs.


„Wir nehmen nur so viel raus wie auch nachwächst“, erklärte Dorn das Credo der nachhaltigen Forstwirtschaft. Regulierend eingreifen und Bäume von Hand pflanzen müsse das Forstteam der Pflege Schönau beispielsweise, wenn der Borkenkäfer über Maß sein Unwesen treibe oder im Nachgang verheerender Stürme. „Der Orkan Wiebke hat 1990 in einer Nacht das siebenfache eines Jahreseinschlags entwurzelt“, sagte Dorn, der seit 1974 das Revier Fahrenbach betreut. Die Führung mit dem Thema „Vom Samen zum Balken“ bot den Jungen und Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren denn auch die gern ergriffene Chance, selbst einen Baum zu pflanzen. Während ihres fünfstündigen Aufenthalts im Wald halfen die Schüler beim Vermessen der Bäume, bestimmten Volumen des stehenden Stammes, eines ganzen Bestands und legten am liegenden Stamm Hand an. Nach einer Stärkung mit heißen Würstchen, Brötchen und Kartoffelsalat galt die Fällung eines Baumes als Höhepunkt. „Mir war wichtig, dass die Schüler sehen, was alles dranhängt und welcher Wirtschaftszweig sich ergibt“, sagte Lehrer Knut Keuper. Im Klassenzimmer hatten sich die Kistner-Gymnasiasten dem Thema Holz schon eingehend angenommen. Dass der Laster mit 25 Tonnen Stammholz am Beginn der Führung den Wald verließ, störte nicht weiter. „Die Buchen werden nach Aschaffenburg gefahren. Dort werden daraus Treppen für Asien gebaut“, erklärte Ellwanger.


Die Schüler staunten nicht schlecht, als sie von dem Forstspezialisten erfuhren, dass die ESPS mit einer Waldfläche der Größe von 7500 Sportplätzen der größte körperschaftliche Waldbesitzer in Baden-Württemberg ist. Mit ihrem selbständigen Forstbetrieb erwirtschaftet die ESPS mit Sitz in Heidelberg einen Teil des Geldes, das sie für den Stiftungszweck benötigt – nämlich die Bauunterhaltung von 85 Kirchen und 42 Pfarrhäusern in ganz Baden. Ferner finanziert die ESPS jährlich 40 bis 45 Pfarrstellen. Die ESPS, die dieses Jahr ihr 450-jähriges Bestehen feiert, stemmt als Bauherr pro Jahr ein Volumen von etwa 3 bis 5 Millionen Euro. Über die Abführungen an die Landeskirche investiert die ESPS indirekt nochmals zwischen 5 und 6 Millionen Euro jährlich in kirchliche Gebäude. Weitere Erlösquellen der ESPS, die über rund 14.000 Hektar Grundbesitz verfügt, sind Miet- und Pachteinnahmen aus etwa 20.000 Erbbaurechten, langfristigen Pachtverträgen und 100 Wohngebäuden mit zirka 1.000 Wohnungen.
 

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau wird diesen Monat nochmals zwei Waldführungen für Klassen des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums durchführen. Aber auch andere Gruppen sind eingeladen, sich dem Thema Forst auf diese Weise zu nähern.
 

01.03.2010 Ausstellung "Gott im Gefängnis"

in der Heiliggeistkirche, der Jesuitenkirche (beide öffentlich) und der JVA Fauler Pelz (nicht öffentlich)
 

Eine Fotografin, zwei Seelsorger und eine Gruppe von Gefangenen und Beamten der Justizvollzugsanstalt Fauler Pelz treffen sich für ein Jahr regelmäßig und sprechen über biblische Texte, ihr Leben, über persönliche Schuld und religiöse Erfahrungen. Das Ergebnis dieses ökumenischen Projektes ist eine Serie inszenierter Schwarzweißfotografien von eigentümlicher Intensität und Authentizität.


Gezeigt werden die Bilder der Heidelberger Fotografin Gülay Keskin jetzt in drei Ausstellungen: nichtöffentlich im Gefängnis, sowie öffentlich in der katholischen Jesuitenkirche und der evangelischen Heiliggeistkirche. Gülay Keskin war bereits vor zwei Jahren maßgeblich an der Ausstellung „Lebenskunst sterben“ beteiligt, die überregionale Aufmerksamkeit erlangte. Dabei unterscheiden sich an den verschiedenen Orten nicht die Bilder aber die Ausstellungskonzepte. In der Heiliggeistkirche werden die Aufnahmen in einem labyrinthartigen Raumgefüge gezeigt. Der Besucher wird durch verschiedene Zellen mit mehreren Richtungswechseln und einem langen Gang geführt. Die Wände wurden aus Schalungselementen für den Betonbau errichtet; die schwarzen, von der Verwendung auf Baustellen gezeichneten Platten mit ihrer leuchtend orangenen Metalleinfassung bilden einen Raum im Kirchenraum. Atmosphärisch entsteht beim Begehen der bedrückende Eindruck von Gefängniszellen und -gängen. Die verschachtelte Anordnung lässt ein Gefühl von Desorientierung entstehen. Kirchenraum und Gefängnisraum korrespondieren miteinander und schaffen einen Rahmen für die Bilder, die auf eine eindrückliche und existentielle Weise religiöses Erleben, den Umgang mit Schuld und Strafe im Gefängnis thematisieren. Knappe Bildunterschriften mit biblischen Zitaten erweitern den Assoziationsraum der Darstellungen und stellen eine Verbindung her zur jüdisch-christlich Tradition der Bibel. In der Vertikalen ragt von oben eine große Fahne mit dem Thema der Ausstellung in den horizontalen Parcours hinein. 

Während die Installation in der Heiliggeistkirche Schwere ausstrahlt und das Bedrückende im existentiellen Umgang mit eigener Schuld und Strafe zum Ausdruck bringt, werden in der Jesuitenkirche die Aufnahmen als Großfotos (140cm x 200 cm) in den lichten Seitenschiffen aufgehängt. Die Fotos schweben im Seitenschiff. Der Licht durchflutete Kirchenraum gibt den brillanten Fotos von Gülay Keskin bei aller Schwere eine österliche Hoffnung. Neben den Aufnahmen zeigt die Jesuitenkirche bewegende Projekte und Bilder, die die Gefangenen gestaltet haben. In den Kirchenbänken liegen Kurztexte aus, die dem Buch „Ritual Knast“ von Hubertus Becker entnommen sind und die zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Strafvollzug einladen.

Die Ausstellung wird maßgeblich durch das finanzielle, ideelle und organisatorische Engagement der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau unterstützt.

„Idee und Konzept dieser Ausstellung haben uns sofort überzeugt, so dass wir dieses interessante und hochwertige Projekt sehr gern unterstützen“, sagt Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand der Evangelischen Stiftung Pflege
Schönau.
 

25.01.2010 Hohensachsen hat nun eine "ausgezeichnete" Kirche

Die Innenrenovierung der evangelischen Kirche in Hohensachsen bekam von der Architektenkammer Baden-Württemberg die Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen“ verliehen.

Die Renovierung der Kirche, die im Oktober 2008 nach 14monatiger Renovierungszeit neu eingeweiht wurde, ist für die Kammer ein gelungenes Beispiel, dass Architektur Lebensqualität schafft. Dies honorierte die Architektenkammer mit einer besonderen
Auszeichnung.

Die Preisverleihung fand im Januar im Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises in Heidelberg statt. Überreicht wurden die Plaketten und Urkunden von Landrat Dr. Jürgen Schütz und Dipl.-Ing. Wolfgang Riehle, dem Präsidenten der Architektenkammer Baden-Württemberg.
Von insgesamt 67 Wettbewerbern prämierte die Jury aus Architekten und Architektur-Laien unter der Schirmherrschaft von Landrat Dr. Jürgen Schütz 16 Objekte.
 

„Die Renovierung der Kirche ist mit einer harmonischen Materialkomposition sehr gelungen: Durch die Beschränkung auf wenige Materialien sowie durch kaum wahrnehmbare fließende Übergänge zwischen Alt und Neu entstand ein würdiger Kirchenraum, bei dem sich die Bausubstanz der 50er Jahre mit den jüngsten Eingriffen in hervorragender Weise verbindet," begründet die Jury ihr Votum.

Besonders erfreulich ist, dass nach der Matthäuskirche in Mannheim-Neckarau im Jahr 2007 nun innerhalb kurzer Zeit wieder einem Projekt der ESPS diese Auszeichnung verliehen wurde.